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  #1  
Alt 16.07.2010, 17:50
Benutzerbild von OldSkoolMan
Administrator
 
Registriert seit: 29.12.2007
Ort: Berlin
Beiträge: 489
Standard Fische im Aquarium fotografieren

Fotoambitionierte Aquarianer kommen sicher irgendwann mal auf den Gedanken, heimische Wohnzimmerfische abzulichten und fragen sich: "Wie kann ich meine Fische bzw. mein Aquarium richtig fotografieren?" Nun, wie sich dies in ein sehenswertes Resultat umsetzen läßt, dafür gibts hier ein paar Tips:

Allgemeines
Vorteilhaft für das Fotografieren der Fische in einem Aquarium sind kurze bis mittlere Brennweiten, in etwa 20mm - 60mm mit der höchsten Lichtstärke, die ihr bekommen könnt. Ich selbst verwende meistens eine Festbrennweite, das Sigma Makro Objektiv 24mm mit einer Lichtstärke von f=1,8. (Das ist die hellste Linse, die ich habe.) Ebenso eignen würde sich auch das Sigma 30/1,4 oder das Canon 50/1,4 uä. Linsen. Kürzere Brennweiten erleichtern das Fotografieren, da sie eine größere Schärfentiefe bei gleicher Blende als längere Brennweiten haben. Man kann dann auch noch Bilder mit leicht daneben liegendem Focus verwenden. Die Nahgrenze des Objektivs sollte so klein wie möglich sein, damit auch Fische, die dicht an der Scheibe vorbeischwimmen, noch focussiert werden können. Und schlussendlich sollte die Linse auch schnell focussieren, sonst ist der Fisch bereits im Ozean, bevor ihr abdrücken könnt.

Merke:
1. Objektiv mit hoher Lichtstärke und geringer Nahgrenze verwenden
2. kurze Verschlusszeiten verwenden
3. kleiner ISO-Wert einstellen (sorgt für geringes Rauschen)
4. Kurze bis mittlere Brennweiten verwenden (je kleiner das Aquarium, desto kürzer können sie sein)
5. Schneller Autofocus
6. Kein Blitz von vorn verwenden (wenn es unbedingt sein muß, dann von oben beleuchten)


Ein absolutes NoGo ist das Blitzen in eine verdreckte Scheibe. Verzichtet ganz auf den Blitz! Um das Aquarium ausreichend hell zu bekommen, genügt meistens die Aquariumleuchte, die oben auf dem Aquarium liegt in Verbindung mit hellem, den Aquariumboden bedeckenden Sand. Der Sand übernimmt die Aufgabe eines Reflektors und reflektiert das Licht der Aquarienleuchte. Wenn ihr blitzen müßt, dann nur mit entfesseltem Blitz von oben -> Diffusor vor den Blitz!
Bedenkt jedoch, daß die Fische durch das Blitzen gestresst werden,...ein guter Aquarianer macht sowas also nicht ;-)

Um kurze Belichtungszeiten zu erreichen, sollte man nicht zu stark abblenden, nicht weiter als Blende 4.




Links sieht man eine typsiche Situation: Spiegelungen in der Scheibe des Aquariums. Diese zu minimieren bzw. zu verhindern, gibt es mehrere Lösungsansätze:
 
1. Den Raum ringsherum abdunkeln.
2. Das Objektiv der Kamera so dicht und plan an die Scheibe halten, daß kein seitliches Licht mehr einfallen kann. (Nachteilig sind hier Objektive, die aussenfocussierend sind, also ihre Länge beim Focussieren ändern)
3. Einsatz eines Polfilters versuchen (ist ein wenig kontraproduktiv, weil er Licht schluckt)
4. Winkel zur Scheibe bzw. Standort ändern
5. möglichst keine tulpenförmige Gegenlichtblende verwenden -> diese lässt seitliches Licht zu



Als Notbehelf kann man auch bei schräg gehaltener Kamera, die seitlichen Lichteinfall zu lässt, die Öffnung zwischen Linse und Aquariumscheibe mit der Hand oder einem dunklen Tuch abschatten.

Hilfreich ist, wenn das Wasser und die Scheiben des Aquariums vor dem Fotografieren gesäubert wurden. Insbesondere im Wasser "fliegen" immer unendlich viele Schwebeteilchen herum, die das Licht reflektieren und so einen "Schneesturm" auf dem Foto hinterlassen. Diesen müßt Ihr dann mühselig mit der Bildbearbeitung entfernen. Wartet nach der Reinigung eine Zeit ab, bis es keine kleinen Luftbläschen mehr gibt. Links sieht man ein Bild mit zahlreichen dieser Schwebeteilchen.

Wenn man die Schwebeteile physisch nicht entfernen kann, dann muß nach dem Fotografieren die Bildbearbung ran: Zum Einsatz kommt hier der Kopierstempel in den Modi "normal", "abdunkeln" und "aufhellen". Bei kleineren Sachen tuts auch der Reparaturpinsel. Damit man mal einen Vergleich hat, hab ich links das selbe Bild verwendet.

...und zum Schluß: Focussiert wird immer auf das dem Betrachter am nahesten liegende Auge des Fisches. Versucht Euch zum Anfang mit ruhigeren Fischarten. Helle Fische lassen häufig eine kürzere Belichtungszeit zu, auch das ist von Vorteil. Wenn Ihr dann geübter seid, könnt Ihr ja mal versuchen, die Kamera mitzuziehen, so daß ein schöner Wischeffekt im Hintergrund erzeugt wird - das verleiht Dynamik. Belichtungszeit dafür sollte in etwa 1/20stel Sekunde sein.

So, daß wars für heute, lasst mal Eure Seemonster sehen :-)

Bis dann denn
OldSkoolMan
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  #2  
Alt 26.07.2010, 19:35
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Registriert seit: 04.01.2008
Beiträge: 55
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Sehr anschaulich kommentiert, Danke.

PamVo
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