Viele meinen, mit einer Kompaktkamera könne man keine Makrofotos anfertigen. Das dies doch geht und was man beachten sollte, möchte ich im Folgenden kurz erläutern. Vor dem Kauf einer digitalen Kompaktkamera:- Auf möglichst kurze Naheinstellgrenze der Kamera (in Telestellung) achten. 1 bis 5 cm sind ein guter Wert.
- Nützlich ist eine Bildschirmlupe für das KameraDisplay
- Die Kamera sollte sich manuell fokussieren lassen
- Ein Blendenprioritätsmodus "A", wo man die Blende selbst bestimmen kann ist ebenfalls von Vorteil
- Schön ist, wenn zusätzlich zum rückseitigen Display ein optischer Sucher vorhanden ist.
- Wenn sich das Display ausklappen und drehen lässt, ist dies bei einigen Motiven ebenfalls von Vorteil
Nach dem Kauf der Kamera:  | Stellt die Kamera auf Blendenpriorität (Modus "A") und blendet auf Blende 8-10 ab. Lichtmessung wird nach Möglichkeit auf Spotmessung gestellet, um eine korrekte Anmessung des Motivs zu erreichen. Zoomt das Objektiv in maximale Telestellung! Verzichtet auf den digitalen Zoom! Bei der meistens üblichen Mehrfeldmessung kann es passieren, daß das Motiv unterbelichtet wird, wenn der Hintergrund sehr hell ist. |
 | Wenn möglich, wählt man manuelle Fokussierung und fokussiert die Kamera kurz über der Naheistellgrenze, also etwa 3 cm (differiert zwischen den Kameramodellen). Da die Objektive beim automatischen Focussieren rein- und rausfahren, könnte man sein Motiv sonst mit der Objektivvorderkante beiseite schieben bzw. es damit verscheuchen. |
 | Falls eine Bildschirmlupe vorhanden ist, schaltet diese ein und geht laaaangsam mit der Kamera an Euer Motiv, solange, bis es auf dem Display scharf erscheint. Achtet dabei darauf, daß vor allem die Augen des Motivs scharf abgebildet sein sollen. Wenn man es auf dem kleinen Display nicht genau erkennen kann, macht man mehrere Bilder. Man beginnt vorn, z.B. an den Füßen der Fliege, drückt den Auslöser, schiebt die Kamera laaaangsam 2 mm nach vorn, drückt den Auslöser, schiebt die Kamera laaaangsam 2 mm nach, drückt den Auslöser, usw. Zuhause am Computer könnt Ihr dann das Bild mit dem besten Schärfepunkt heraussuchen und nachbearbeiten. |
 | Achtet beim Fotografieren darauf, daß keine zu großen Kontrastunterschiede im Bild vorkommen, wie etwa eine schwarze Fliege auf einer weißen Wand. Hier wird meist die Fliege unterbelichtet. Man kann dem zwar durch EBV Verschiebung +1 bis +1,5 entgegenwirken, besser ist es indes mit weniger Kontrastunterschieden zu arbeiten. Die Fliege links z.B. ist auf dem das Licht reflektierenden Untergrund bereits zu dunkel. Hier wurden mit der Bildbearbeitung nachträglich die dunklen Partien aufgehellt. |
Obige Bilder wurden alle mit Kompaktkameras gemacht, der
Ricoh Caplio GX100 und der
Ricoh GXR. Dies sind beides sehr hochwertige Kompaktkameras, wenn Ihr die Tipps beherzigt, sollte es aber auch mit etwas weniger hochwertigen Kameras zu bewerkstelligen sein. Von Vorteil bei der Makrofotografie mit Kompaktkameras ist übrigens deren kleiner Sensor, der für einen großen Abbildungsmaßstab sorgt.
So, nun lass mal Eure Makrofotos sehen.
Es grüßt Euer
OldSkoolMan